Die kulinarische Szenerie in Kambodscha wird massgeblich vom Tonle Sap See im Süden geprägt, der das gesamte Land mit ausreichend Fisch versorgt. An den Strassen findet man zahlreiche einheimische Restaurants, die Fisch, Hühnchen oder sogar halbe Schweine über den Glut zubereiten. Im Gegensatz zu Thailand oder Vietnam wird hier jedoch auf Chili verzichtet. Stattdessen wird gelegentlich Ameise als alternativer Geschmacksträger verwendet. Da uns Kambodscha so begeistert hat, teilen wir hier unsere Highlights von Amok bis hin zu Fischkäse mit Ameisen.
Amok in Kokosnuss und gegrillte Aubergine
Eines der bekanntesten Gerichte Kambodschas ist Amok Trei, ein Fischcurry aus Schlangenkopffisch mit Kokoscreme, serviert in einem Bananenblatt oder einer Kokosnuss. Am ersten Abend mussten wir dies unbedingt probieren, zusammen mit einem weiteren Klassiker – gegrillter Aubergine. Die gegrillte Aubergine wird geöffnet und mit gebratenem Schweinefleisch garniert. Dieses leckere Abendessen kostete uns letztendlich 13 US-Dollar. Ein Halbliter Bier schlug mit umgerechnet 44 Rappen zu Buche.


Ente mit roten Ameisen und Knorb Trey
Am zweiten Abend begaben wir uns mit einem Tuktuk (oder hier Remorque – einem Roller mit angehängtem Anhänger für Fahrgäste) zum Restaurant. Die letzten 100 Meter zur Lokalität führten über eine holprige Strasse, durchgeschaukelt kamen wir sicher an. Da unser Guide von Ameisen in der kambodschanischen Küche erzählt hatte, bestellte Simon ein Entenbein mit roten Ameisen. Für Stefanie gab es Knorb Trey – Schlangenkopffisch, gegart in Bananenblättern mit sauren Früchten, die in Kambodscha meist Mango, Guave, Sauerpflaume, Indischer Holzapfel oder Javaapfel sind. Welche Früchte genau verwendet wurden, konnten wir nicht identifizieren, aber es war auf jeden Fall sehr schmackhaft. Das Entenbein war zart, die Ameisen schwammen zahlreich in der Sauce und verliehen dem Gericht einen leicht säuerlichen Geschmack. Im Mund spürte man jedoch nichts von den Ameisen.


Skurriles am Strassenrand
Unser Guide Vannak erklärte uns, dass er uns nur in nicht einheimische Restaurants mit “gesundem” Essen mitnimmt, um uns vor Strassenstaub oder unhygienischer Zubereitung zu schützen. Dennoch gewährte er uns einen Einblick in diese Küche. So zeigte er uns Fischkäse mit Ameisen, eine Dose gefüllt mit eingelegtem Fisch und Chili, zwischen denen Ameisen zu erkennen waren. Dies wird hier als Sambal verwendet, um das gebratene Huhn oder Fisch vor dem Verzehr zu tunken.

An unserem vorletzten Tag hielten wir am einheimischen Markt in der Nähe von Siem Reap an, um etwas sehr Skurriles zu begutachten. Viele Stände präsentierten grosse weisse Eier, gekochte Enteneier, die jedoch keine frischen Eier waren. Es handelte sich um halb entwickelte Entlein im Ei, die zuvor gekocht. Ein skurriles Gericht, das wir auf keinen Fall probieren werden.

Am selben Tag konnten wir dennoch am Strassenrand etwas probieren. Wir machten Halt bei einer Familie, die Reis und Kokosnuss zu Törtchen verarbeitete. Direkt vom Feuer und Dampf serviert war dies ein sehr feiner Stopp. Am Abend fanden wir nochmals eine andere Arte von Reisküchlein an einem Strassenstand. Nuon Khuoc genannt sind Bällchen aus Reismehl. Mit einer knusprigen äusseren Schicht und einem halbflüssigen Inneren war dies ein sehr feines Bettmümpfeli.



Frisches direkt von der Pflanze
Neben den zubereiteten Spezialitäten konnten wir auch frisch geerntete Köstlichkeiten kosten. An einem Tempel arbeiteten Menschen im Wasser, um Seerosen und Lotusblumen zurückzuschneiden. Vannak bestellte bei einem Arbeiter eine abgeblühte Lotusfrucht. Die Samen der Frucht konnten wir entfernen und schälen. Ein Biss in die Samen erinnerte an Nüsse, jedoch mit einer viel weicheren Konsistenz. An einem anderen Ort besorgte uns Vannak einen Sack Palmfrüchte – weisses, sehr weiches Kokosnussfleisch mit einem Kern aus süsser Flüssigkeit. Ein erfrischender Snack in der Hitze.


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