,

Entdeckungsreise auf K’Gari, Bundaberg & Agnes Water

K’Gari (ausgesprochen Gari mit lautlosem K), früher bekannt als Fraser Island, ist mit 124 Kilometern Länge und durchschnittlich 25 Kilometern Breite die grösste Sandinsel der Welt. Wir entschieden uns für eine Zweitages-4WD-Tour und setzten unsere Reise nach einer weiteren Nacht im Ausgangspunkt Hervey Bay fort, um nach Bundaberg zu gelangen. Im Anschluss zu Bundaberg ging es schliesslich weiter nach Agnes Water.

K’Gari

Frühmorgens um 7:00 Uhr holte uns ein Bus am Campingplatz in Hervey Bay ab und brachte uns zur Fähre in Riverheads, einer Flussmündung zwischen dem Festland und der Sandinsel. Nach 45 Minuten Fahrt erreichten wir K’Gari und stiegen in einen geräumigen Allrad-Bus. Unser Tour-Guide Mark, auch „Sarge“ genannt, informierte uns zunächst über die Sicherheitsvorkehrungen, bevor es auf sandigen Pisten durch den Regenwald ging. Auf dem Weg machten wir einen ersten Halt an der Central Station, einem ehemaligen Forststandort auf der Insel. Hier wurden verschiedene Baumarten zu Testzwecken angepflanzt. Zudem unternahmen wir einen kleinen Spaziergang entlang des kristallklaren Flusses Wanggoolba Creek. Entlang des Flusses wachsen Königsfarne, die sich seit 3 Millionen Jahren über Ableger vermehren. Die Wedel dieser Farne können bis zu 8 Meter gross werden und sind somit die grössten Farnwedel der Welt.

Wanggoolba Creek, K’Gari

Die Weiterfahrt brachte uns schliesslich zum Juwel der Insel – dem Lake McKenzie. Der Sand um diesen Grundwassersee ist aufgrund des geringen Nährstoffgehalts sehr hell. Der See erscheint sehr blau aufgrund der Destruenten, die auf dem Seeboden die ölhaltigen Blätter der Bäume abbauen und ein blaues Endprodukt produzieren.

Lake McKenzie, K’Gari

Nach einem erfrischenden Bad im See und einer Teepause setzten wir unsere holprige Fahrt weiter nach Eurong fort. Hier befindet sich ein kleines Resort, in dem wir auch übernachteten. Nach dem Mittagessen wurden wir entlang des Strand-Highways in den Norden chauffiert. Dort unternahmen wir eine kleine Wanderung zum Lake Wabby. Um uns vor Dingos zu schützen, erhielten wir einen Stock. Auf der Insel gibt es etwa 180 reinrassige Dingos, die zur Gattung der Wölfe gehören. Leider gab es in den letzten Wochen vermehrt Angriffe auf Touristen. Gemäss Einheimischen und unserem Guide liegt die Schuld vermehrt bei unaufmerksamen Touristen, die Essen unbeaufsichtigt stehen lassen und die Nähe zu den Dingos zulassen. Dies führt dazu, dass die Dingos vermehrt Menschen aufsuchen und sich aggressiv verhalten.

Lake Wabby, K’Gari
Dingo

Der zweite Tag startete mit einer längeren Fahrt auf dem Sand-Highway Richtung Norden. Mark fuhr uns direkt zum Schiffswrack S.S. Maheno. Dies war ein Ozeandampfer, welcher zwischen 1905 und 1935 zwischen Australien und Neuseeland verkehrte. Das Schiff kenterte 1935 während eines Zyklons auf Fraser Island. Danach hatte man sich entschieden, dass es einfacher und günstiger sei, das Schiff grob auseinanderzunehmen und das Hauptgerüst am Strand liegen zu lassen. Seither rostet das Konstrukt vor sich hin. Es werden hohe Bussen ausgestellt, wenn man sich dem Wrack zu nahe nähert. Kaputte Teile unter dem Sand könnten zu ernsthaften Verletzungen führen- natürlich halten sich viele Touristen nicht an das Verbot.

S.S. Maheno Schiffwrack, K’Gari

Der nächste Stopp war unser Highlight der Tour – die Champagne Pools. Die Felsen an der Brandung bilden zwei Pools. Je nach Gezeiten spült es gelegentlich Wellen über die Felsen. Dadurch wird das Pool wieder ein bisschen kühler und aufgrund der gebrochenen Welle entstehen kleine Bläschen im Wasser, die sich sehr prickelnd anfühlen. Daher kommt auch der Name.

Champagne Pools, K’Gari

Nach einem Snack ging es den Strand-Highway wieder abwärts Richtung Eurong. Kurz vor Eurong gab es den letzten Halt beim Eli Creek. Ebenfalls ein glasklarer Bach mit einer Flussrate von rund 4 Millionen Liter pro Stunde. Mark pumpte uns Motorradschläuche auf und wir konnten mit dem Strom entlang dem Bach “floaten”. Ein toller Zwischenstopp und mit 19°C war dies bei 34°C Aussentemperatur eine angenehme Abkühlung. Die Tour mit einer tollen 26-Köpfigen Gruppe hat uns super gefallen. Wir konnten die Sandinsel erkunden, haben etwas über die Entstehung und Geschichte erfahren und dürften tollen Menschen kennenlernen.

Eli Creek

Bundaberg

Nach der Tour und einer erholsamen Nacht in Hervey Bay fuhren wir gemütlich weiter Richtung Bundaberg. Die kleine Stadt ist für den Zuckerrohranbau und den Bundaberg- Rum bekannt. Wir hatten spontan an einer Tour in der Destillerie teilgenommen und konnten anschliessend vom Rum kosten. War vielleicht etwas zu hochprozentig bei den heissen Temperaturen… An der Küste vor Bundaberg brüten aktuell Schildkröten ihre Eier aus. Wir hatten leider kein Glück und konnten keine dieser Schildkröten entdecken.

Bundaberg Rum Distillery

Agnes Water

Agnes Water ist ein Dörfchen am Strand neben der zweiten Landungsstelle von James Cook, welches auch Seventeen Seventy (1770) genannt wird. Diese kleine Siedlung liegt auf einem schönen Felsvorsprung und bietet eine tolle Aussicht auf das nördliche Flussdelta. Dieser Spot ist (leider) auch der nördlichste Surfspot von Australien. Agnes Water ist ein gemütliches Örtchen. Unser Campingplatz befindet sich direkt am Meer mit einem schönen Strand und mit mehr Surfern als Schwimmern.

Round Hill Creek Delta, Seventeen Seventy

2 responses to “Entdeckungsreise auf K’Gari, Bundaberg & Agnes Water”

  1. Esther Gürber Avatar
    Esther Gürber

    Sehr schöne Bilder und Bericht. Wir freuen uns immer wieder über die interessante Berichterstattung. Vielen Dank.
    Wir wünschen euch weiterhin eine gute Reise. Hoffe, dass ihr für 25.1. Safe seid und der Zyklon nicht zu heftig ist.
    Liebe Grüsse

  2. Köbi Furrer Avatar
    Köbi Furrer

    Hallo Simon
    Da kommen schöne Gefühle auf an unsere Reise im 2013. Wir waren auch auf Fraser Island mit einer geführten Tour. Schöne Bilder und ausführliche Doku. Bravo Simon
    Liebe Grüsse aus dem NGP. Nächste Woche geht der Roboter hoffentlich live…….

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

×